SaarMoselle – Rheinland-Pfalz

Der Eurodistrict SaarMoselle im Kampf gegen die Erweiterung des Zweibrücken Fashion Outlet

In einer am 10. März 2025 veröffentlichten Resolution spricht sich der Eurodistrict SaarMoselle entschieden gegen die Erweiterung des Outlet-Centers in Zweibrücken aus. Die unterzeichnenden Gemeinden befürchten eine weitere Verödung der Innenstädte und bedauern den fehlenden Dialog mit der französischen Seite.

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© Klaus Nahr, CC BY-SA 2.0.

Im September 2024 genehmigte die Direktion für Raumordnung und Genehmigungen in Süd-Rheinland-Pfalz die Erweiterung des Outlets in Zweibrücken. Bald soll die Fläche von 21.000 m² auf 29.500 m² wachsen, was einer Erweiterung von 40 % entspricht. Am 10. März äußerte der Verwaltungsrat des Eurodistricts SaarMoselle, der 126 Gemeinden beiderseits der Grenze vereint, seine Besorgnis über eine als übermäßig empfundene Expansion.

Drei Streitpunkte

Die Resolution des Eurodistricts basiert auf drei Hauptpunkten. Erstens kritisiert sie die Auswirkungen auf den lokalen Handel in SaarMoselle. Zudem sieht SaarMoselle in der Erweiterung des Outlet-Centers eine Gefährdung für nationale und regionale Belebungsprogramme wie „Action Cœur de Ville“ und „Petites Villes de Demain“ in Frankreich sowie das „Zukunftskonzept für den Handel im Saarland 2030“ des saarländischen Wirtschaftsministeriums.

Schließlich bedauert der Eurodistrict, dass die französischen Gemeinden vollkommen aus den Diskussionen über die Erweiterung ausgeschlossen wurden.

Drei Forderungen

Um nicht nur aus Prinzip Widerstand zu leisten, formuliert der Eurodistrict auch drei Forderungen. Er verlangt eine detaillierte Studie, um die möglichen Auswirkungen der Outlet-Erweiterung zu analysieren, insbesondere die mögliche Ausdehnung seines Einzugsgebiets.

Die Institution fordert zudem eine Konsultation, um die Meinungen der französischen Seite einzuholen.

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Marc Zingraff. © Ville de Sarreguemines.

Normalerweise erleichtert der Eurodistrict den Austausch zwischen der französischen und der deutschen Seite zu wirtschaftlichen oder kommerziellen Themen. Wir fördern aktiv die grenzüberschreitende Kommunikation. In diesem Fall kann man jedoch sagen, dass es keinen Dialog gegeben hat“, erklärt Marc Zingraff, Präsident des Eurodistricts SaarMoselle und Bürgermeister von Saargemünd.

 

Schließlich kündigt der Eurodistrict an, an einem grenzüberschreitenden Raumordnungsplan zu arbeiten, der bis 2027 fertiggestellt werden soll.

Erweiterung bundesweit unbeliebt

Aus den gleichen wirtschaftlichen Gründen haben die saarländischen Städte Homburg und Neunkirchen bereits im Dezember 2024 bzw. Januar 2025 rechtliche Schritte gegen die Erweiterung eingeleitet.

Die Gegner sind nicht gegen das Outlet an sich, sondern gegen seine Erweiterung. Diese Resolution basiert auf einer realen Einschätzung: Der Einzelhandel ist durch den Online-Handel und Outlets bedroht. Wir haben die zuständigen Instanzen auf das Risiko hingewiesen“, betont Marc Zingraff.

Die Prozesskosten für Neunkirchen und Homburg werden auf 150.000 Euro geschätzt. Saarbrückens Kosten könnte sich ebenfalls anschließen, falls die Stadt auch eine Klage einreicht. Bereits 2023 hatten die drei Städte erfolglos die oberste Raumordnungsbehörde von Rheinland-Pfalz angerufen.

Die Erweiterung soll es dem Zweibrücken Outlet ermöglichen, 35 zusätzliche Geschäfte zu eröffnen. Zudem könnten bis zu 500 neue Arbeitsplätze entstehen – vorausgesetzt, die Bauarbeiten beginnen überhaupt.

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