Die deutsche Rad-Bundesliga macht einen Abstecher ins Elsass
Am Samstag, den 5. April, findet der Große Preis der Südlichen Weinstraße statt. Zum ersten Mal wird das Rennen einen grenzüberschreitenden Abstecher von 26 Kilometern auf elsässischen Straßen bei Wissembourg machen.

Von den insgesamt 148 Kilometern verlaufen 26 Kilometer der Strecke auf elsässischem Gebiet. Start- und Zielpunkt ist das Deutsche Weintor in Schweigen-Rechtenbach, direkt neben der elsässischen Stadt Wissembourg. Die Bundesligisten werden Wissembourgs umliegenden Wald durchqueren, ohne jedoch die Stadt zu durchqueren.
Deutsche Rad-Bundesliga im Elsass
Dieser Radsporttag ist nur für Profis – auch Amateure können ihre Waden trainieren. Das „Jedermann-Rennen“, wird auf Strecken von 50 und 100 Kilometern angeboten. Beide verlaufen nahe der elsässisch-rheinland-pfälzischen Grenze, ohne sie jedoch zu überschreiten. Die Organisatoren erwarten eine doppelt so hohe Teilnehmerzahl wie im Vorjahr.
„Wir rechnen mit rund 1.000 Teilnehmern am Jedermann-Rennen – das ist enorm. Etwa 100 Helfer werden dabei sein“, erklärt Markus Gensheimer, Vorsitzender des Vereins RV Vorwärts 04 Offenbach/Queich.
Markus Gensheimer und sein Verein organisieren das Rennen bereits seit vier Jahren, auf ehrenamtlicher Basis.
Zahlreiche Radfahrer aus den elsässischen Vereinen von Soultz-sous-Forêt und Haguenau haben ihre Teilnahme angekündigt.
Pamina und der Landkreis als Unterstützer
Der Landrat des Landkreises Südliche Weinstraße, Dietmar Seefeldt, der gleichzeitig Präsident des Eurodistrikts Pamina ist, freut sich über diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Der Landkreis unterstützt das Rennen mit 15.000 Euro.
In einer Pressemitteilung erklärte die Bürgermeisterin von Wissembourg, Sandra Fischer-Junck, dass sie hofft, dass die französische Strecke von 26 Kilometern in der nächsten Ausgabe verlängert wird.
Die deutsche Polizei und die französische Gendarmerie werden zusammenarbeiten, um die Verkehrssicherheit während der Rennen zu gewährleisten. Auch das DRK und die Croix-Rouge werden sich bei der medizinischen Versorgung abstimmen.
Administrative Hürden
Der Eurodistrikt Pamina begrüßt die Fortschritte im grenzüberschreitenden Sport. Das französische Gesetz 3DS (Differenzierung, Dezentralisierung und Dekonzentration) sowie eine Reform des Sportrechts erleichtern die Durchführung binationaler Sportveranstaltungen.

Frédéric Siebenhaar, Generaldirektor des Eurodistricts Pamina. © Eurodistrict Pamina.
„Vor 2022 mussten alle Teilnehmer bei grenzüberschreitenden Sportveranstaltungen ein ärztliches Attest vorlegen. In Frankreich ist dies eine übliche Praxis, in Deutschland jedoch nicht. Nur wenige Ärzte stellten ein solches Attest aus, und wenn doch, dann auf Deutsch. Das führte zu erheblichen Problemen“, erklärt Frédéric Siebenhaar.
Doch „administrative Hürden“ bestehen weiterhin, so Siebenhaar: Organisator Markus Gensheimer musste sich an den Eurodistrikt Pamina sowie an die Stadt Wissembourg wenden, um Unterstützung bei bestimmten Verwaltungsverfahren zu erhalten, darunter die Genehmigung der Präfektur. „Ein Hindernis für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit“, so der Pamina-Direktor.
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